Business13. Juni 20267 Min. Lesezeit

Freelance-Vertrag & AGB: Projekte absichern bevor Sie abrechnen

Ein unterschriebenes Angebot beruhigt, ein vollständiger Vertrag schützt. Ohne schriftlichen Rahmen werden endlose Korrekturen, Zahlungsverzug und IP-Streitigkeiten Ihr Problem. Diese Klauseln dürfen nicht fehlen.

Unterschriebenes Angebot ≠ vollständiger Vertrag

Das Angebot fixiert Preis und Umfang. Der Vertrag (oder angehängte AGB) regelt Spielregeln: Korrekturrunden, Fristen, Zahlung, Nutzungsrechte, Vertraulichkeit. Ohne das wird jede Kundenmail zur „inklusive“ Anfrage.

Unverzichtbare Klauseln

Jeder Freelancer-Dienstvertrag sollte mindestens abdecken:

  • Parteien — Namen, Rechtsform, Kontaktdaten
  • Lieferobjekte — Format, Umfang, Abnahmekriterien
  • Zeitplan — Liefertermine, Meilensteine, Feedback-Fristen
  • Enthaltene Korrekturen — Danach: Nachtragsangebot oder Tagessatz
  • Explizite Ausschlüsse — Was NICHT enthalten ist
  • Vertraulichkeit — Schutz geteilter Daten und Dokumente
  • Kündigung — Stornobedingungen und Gebühren

Urheberrecht und Nutzungsrechte

Der häufigste Streitpunkt bei Kreativ- und Tech-Freelancern: Wer besitzt was? Standardmäßig bleibt das Urheberrecht beim Ersteller. Vollständige Übertragung muss schriftlich, datiert und oft extra vergütet sein. Klären Sie Nutzungslizenz (Web, Print, Dauer) oder vollständige Abtretung. Bis zur vollständigen Zahlung Quelldateien behalten.

Zahlungsbedingungen und Verzug

Vertrag, Angebot und Rechnung müssen dieselben Regeln widerspiegeln: ein überzeugendes Angebot erstellen.

  • Anzahlung bei Unterschrift — 30 bis 50 % bei Projekten > 2.000 €
  • Restzahlung bei Lieferung oder nach Meilensteinen
  • Zahlungsziel — Üblich 14–30 Tage netto B2B
  • Verzugszinsen — Gesetzliche Verzugszinsen plus Mahnkosten
  • Arbeitsstopp — Recht zur Aussetzung bei unbezahlter Rechnung

Anpassbare Klauselvorlagen

Formulierungsbeispiele für Ihre Leistung:

Umfang und Korrekturen

Die Leistung umfasst [Lieferobjekte]. Enthalten sind [X] Korrekturrunden. Jede Anfrage außerhalb des Umfangs erfordert ein schriftliches Nachtragsangebot vor Ausführung.

Urheberrecht

Nutzungsrechte gehen nach vollständiger Zahlung auf den Auftraggeber über. Bis dahin behält der Auftragnehmer die Quelldateien. Nutzung beschränkt auf [Web / Print / 12 Monate].

Zahlungsbedingungen

Eine Anzahlung von [30] % ist bei Unterschrift fällig. Restbetrag zahlbar innerhalb von [30] Tagen nach Rechnung. Bei Verzug gelten gesetzliche Verzugszinsen.

Typische rechtliche Fehler

  • ❌ Start ohne unterschriebenen Vertrag oder AGB
  • ❌ Unklarer Umfang („Website-Relaunch“ ohne Seitenzahl)
  • ❌ Unbegrenzte Korrekturen stillschweigend akzeptiert
  • ❌ IP-Übertragung vor vollständiger Zahlung
  • ❌ Weiterarbeit für zahlungsverzugenen Kunden
  • ❌ Generische AGB ohne Branchenanpassung

Ergänzende Artikel

So hilft IndyCRM

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Checkliste vor Projektstart

  • ✅ Vertrag oder AGB von beiden Parteien unterschrieben
  • ✅ Detailliertes Angebot angehängt
  • ✅ Lieferobjekte und Korrekturrunden definiert
  • ✅ IP- und Nutzungsklausel formuliert
  • ✅ Anzahlung vor Arbeitsbeginn erhalten
  • ✅ Zahlungsbedingungen auf Angebot und Rechnung identisch

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